EHRENAMT AM KOTTI: „Wir haben noch sehr viele Themen zu diskutieren“

Ercan Yasaroglu betreibt seit2009 das Café Kotti in der Adalbertstraße-ein Begegnungsraum, der offen ist für alle ganz gleich welcher Nationalität, Glaubensrichtung oder Identität. Er sieht es als „Wohnzimmer der Vielfalt“. In verschiedenen Projekten engagiert sich der gelernte Sozialarbeiter ehrenamtlich für den Kiez.

Was sind aktuell deine Hauptprojekte in denen du dich engagierst?
Sozialräumliche Verantwortung.

Was verstehst du darunter?
Was in den Lebensräumen von den Menschen passiert. Das man nicht zuguckt, sondern sich verantwortlich fühlt und handelt. Das man nicht zulässt, dass Provokationen und Entwicklungen das Zusammenleben gefährden. Was uns gefährdet ist Unverantwortlichkeit weil sich keiner verantwortlich fühlt. Indem man Verantwortlichkeit im Raum übernimmt, kann man sich dagegen stellen und vernünftige Handlungen führen, so dass unser friedliches Zusammenleben nicht gefährdet wird.

Und warum engagierst du dich? Was motiviert dich immer weiter zu machen?
Ich sehe die Vielfalt im Raum und diese Vielfalt ist eine Ressource, ein Labor. Wo wir vereinigt und miteinander agieren ohne Nationalität, nationale Grenzen, nationale Identität oder Fahnen usw. Das verliert seine Bedeutung. Für so eine Entwicklung ist der Raum ein Labor. Deshalb agiere ich.

Und siehst du Ergebnisse?
Ja.

Und was magst du am Kotti?
Die Vielfalt, Zivilcourage und die nachbarschaftliche Solidarität.

Und was wünschst du dir für den Kotti? Was soll sich idealerweise in den nächsten Jahren verbessern?
Wir haben noch sehr viele Themen zu diskutieren. Vielfalt ist eine Ressource und wir haben mitzukämpfen.
Das die Kriminalität, ich hoffe Null wird. Für die menschlichen Bedürfnisse von Alkoholkranken und Drogensüchtigen braucht es Sozialraum und Hygiene. Menschenwürdige Sozialräume und für die normalen Besucher, dass man Pissoirs und Toiletten hinstellt. Noch mehr Bäume und noch mehr Blumen. Da an der mittleren Insel haben sie drei Japanische Kirschen abgeschnitten-große Bäume. An der Stelle sollen jetzt sechs Kirschbäume platziert werden oder noch mehr Blumen, noch mehr grün. Das sozusagen das Beton kontrolliert wird.